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Euro 2020

Von Marco

 

Ich besuche einen guten Freund. Einen knüller Freund. Er ist so ein Schatz. Ich freue mich richtig drauf. Es wird gegessen, etwas getrunken und vor allem gequatscht. Ja, liebe Leserin, wir Männer reden miteinander. Unsere Gespräche sind mit Inhalt gefüllt, wir hören dem Gegenüber zu, wir lassen einander aussprechen, wir bringen Humor ins Gespräch und unsere Konversationen haben Tiefe. Wir sind voll bei uns. Wir sind füreinander da. Unsere Themen sind weitreichend. Und, was gibt es für neue Mucke im Radio? Hast du mir Tipps von coolen Netflix-Serien? Was, ein neues Bier aus der Region? Und natürlich Frauen. Was gibt es neues auf dem Markt? Oder auch auf dem Second-hand-Markt? Habe eine neue Nachbarin. Was denkst du zu Leggins ausserhalb der eigenen vier Wänden. Ach, alles Themen, welche uns beschäftigen. Wie auch die Fussball-Europameisterschaft.

 

Und da geht es los. Die Euro 2020 (also, eigentlich 2021. Aber sie nennt sich 2020 musste ich mich belehren lassen). Mein Freund meinte, mit der diesjährigen Euro werde er nicht so richtig warm. Kein Vorgeplänkel, keine Emotionen, man nimmt sie nicht so ernst. Ist einfach nicht so, wie es früher war. Ich teile seine Meinung ohne grosse Gegenworte. Denn wir haben ja noch viele andere tiefgründige Themen, welche wir kurz ansprechen wollen.

 

Ein paar Stunden Später, nach ein paar Bierchen und einem vegetarischen Abendessen mache ich mich langsam auf den Nachhauseweg. Mein Freund begleitet mich noch zum Aufzug. Auf dem Weg dahin frage ich ihn noch, wie es mit Sommerferien aussieht. Er schüttelt leicht den Kopf und meint, dass er keine grossen Sommerferien machen werde. Nur so ein paar Tage frei um zu biken, Freunde zu treffen und schliesslich ist da ja noch die Euro 2020. Aha, soweit so gut.

 

Ich gehe zu Fuss nach Hause. Dieser Spazierweg dauert ca. 20 Minuten. Zeit, um den Abend gleich noch Revue passieren zu lassen. Und erst da ist mir dieser Wiederspruch aufgefallen. Die Euro 2020 im 2021 sei ihm einfach suspekt. Keine Emotionen und irgendwie uninteressant. Doch, er nimmt sich ein paar Tage frei, damit er sich das Einte oder Andere Spiel anschauen kann. Aha, was jetzt nun? Ach, habe ihn so gern.

 

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